Die 10 wichtigsten Job-Assessment-Tests, die von deutschen Unternehmen eingesetzt werden
In Deutschland nutzen immer mehr Unternehmen standardisierte Eignungs- und Persönlichkeitstests, um Bewerber objektiv zu beurteilen. Diese sogenannten Assessment-Tests helfen dabei, fachliche Kompetenzen, kognitive Fähigkeiten und persönliche Eigenschaften systematisch zu erfassen. Besonders große Konzerne und internationale Unternehmen setzen auf diese Verfahren, aber auch Mittelständler nutzen sie zunehmend im Bewerbungsprozess.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen die 10 am häufigsten eingesetzten Job-Assessment-Tests in Deutschland, wofür sie verwendet werden und wie Sie sich optimal darauf vorbereiten.
1. Hogan Personality Inventory (HPI)
Zweck: Bewertung berufsbezogener Persönlichkeitsmerkmale
Typische Einsatzbereiche: Führungskräfte, Management, High Potentials
Was wird getestet: Ambition, Geselligkeit, emotionale Stabilität, Lernbereitschaft
Tipp zur Vorbereitung: Seien Sie ehrlich, aber bewusst reflektiert. Der Test prüft Konsistenz und erkennt Widersprüche.
2. SHL Tests (Cognitive & Personality)
Zweck: SHL bietet eine breite Palette an Tests, darunter numerisches Denken, verbales Denken, induktives Denken und Persönlichkeitstests.
Einsatz: Quer durch alle Branchen – besonders beliebt bei DAX-Unternehmen und Consulting-Firmen.
Was wird getestet: Intelligenz, Analysefähigkeiten, Entscheidungsfindung, Teamfähigkeit
Tipp: Nutzen Sie Übungsportale. Viele Aufgaben ähneln standardisierten Beispielen.
3. Berufseignungstest der Bundesagentur für Arbeit (BWT)
Zweck: Standardisierter Eignungstest zur Einschätzung beruflicher Stärken
Einsatz: Häufig bei öffentlichen Arbeitgebern und Ausbildungsplätzen
Was wird getestet: Sprachverständnis, Logik, Konzentration, technisches Verständnis
Tipp: Kostenlos auf der Seite der Bundesagentur üben – sehr hilfreich für Einsteiger und Azubis.
4. Assessment Center mit Postkorbübungen
Zweck: Simulation von Führungssituationen im Büroalltag
Einsatz: Beliebt bei Konzernen wie BMW, Siemens, Lufthansa
Was wird getestet: Prioritätensetzung, Stressbewältigung, Führungsverhalten, Zeitmanagement
Tipp: Üben Sie das Sortieren und Bearbeiten von Aufgaben nach Dringlichkeit – bleiben Sie ruhig und analytisch.
5. BIP – Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung
Zweck: Umfassende Analyse berufsrelevanter Persönlichkeitseigenschaften
Einsatz: Personaldiagnostik in Industrie, Verwaltung, Öffentlicher Dienst
Was wird getestet: Sozialkompetenz, Leistungsmotivation, Flexibilität, Teamorientierung
Tipp: BIP ist wissenschaftlich fundiert – beantworten Sie alle Fragen konsequent und ehrlich.
6. IST 2000 R – Intelligenzstrukturtest
Zweck: Erfassung der allgemeinen Intelligenz (IQ) in verschiedenen Dimensionen
Einsatz: Besonders in Forschung, Technik und bei Studienplatzbewerbungen (z. B. Medizinstudium)
Was wird getestet: Verbales Denken, numerisches Denken, figural-räumliches Denken, Merkfähigkeit
Tipp: Trainieren Sie mit Online-IQ-Tests, achten Sie auf Zeitmanagement.
7. CUT-E Tests (Aon Assessment)
Zweck: Digitale Testlösungen für Eignungsdiagnostik – u. a. bei Lufthansa, Deutsche Telekom, Audi
Was wird getestet: Konzentration, Reaktion, Logik, Multitasking, Situational Judgement
Tipp: Die Tests sind oft gamifiziert und kurz – trainieren Sie mit Beispielen aus ähnlichen Formaten.
8. Persönlichkeitstest nach dem Big Five/OCEAN-Modell
Zweck: Erfassung stabiler Persönlichkeitseigenschaften für Job-Fit und Teamzusammenstellung
Was wird getestet: Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit, emotionale Stabilität
Einsatz: Häufig bei Teamrollen, Projektarbeit, Führungskräften
Tipp: Reflektieren Sie Ihre Stärken, aber versuchen Sie nicht, sich zu verstellen.
9. Berliner Intelligenzstruktur-Test (BIS)
Zweck: Erhebung einer mehrdimensionalen Intelligenzstruktur
Einsatz: Akademischer Kontext, Forschungseinrichtungen, Industrie
Was wird getestet: Informationsverarbeitung, Wissen, Kreativität, schlussfolgerndes Denken
Tipp: Der Test ist anspruchsvoll – trainieren Sie Konzentration und Strukturierungsfähigkeit.
10. Situational Judgement Tests (SJT)
Zweck: Einschätzung, wie ein Bewerber sich in realistischen beruflichen Situationen verhält
Einsatz: Banken, Versicherungen, Beratung, Kundendienst
Was wird getestet: Urteilsvermögen, Ethik, Konfliktlösung, Kundenorientierung
Tipp: Überlegen Sie sich bei jeder Situation: Was ist effektiv, lösungsorientiert und professionell?
So bereiten Sie sich optimal vor
- Informieren Sie sich, welche Tests das Unternehmen nutzt – viele geben diese Information im Vorfeld.
- Nutzen Sie seriöse Übungsplattformen – z. B. Plakos, Assessment-Training.de oder Onlineplattformen wie JobAssessmentHelp.com.
- Achten Sie auf Zeitdruck – bei vielen Tests ist das Zeitmanagement entscheidend.
- Bleiben Sie ruhig und konzentriert – auch wenn Aufgaben auf den ersten Blick verwirrend wirken.
- Verstellen Sie sich nicht bei Persönlichkeitstests – Konsistenz ist wichtiger als „ideale“ Antworten.
FAQ – Häufige Fragen zu Job-Assessment-Tests in Deutschland
1. Muss ich alle Tests bestehen, um den Job zu bekommen?
Nicht zwingend. Die Ergebnisse sind Teil eines Gesamtbildes. Schwächen in einem Bereich können durch Stärken in anderen kompensiert werden.
2. Kann man bei Persönlichkeitstests durchfallen?
Nein – es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um Passung. Aber Unstimmigkeiten oder Widersprüche können negativ auffallen.
3. Wie lange dauern diese Tests?
Das hängt vom Testtyp ab. Kognitive Tests dauern meist 30–60 Minuten, Persönlichkeitstests 15–45 Minuten, Assessment Center einen ganzen Tag.
4. Kann ich mich auf Intelligenztests vorbereiten?
Ja. Vorbereitung verbessert Ihre Teststrategie, auch wenn der IQ selbst stabil ist. Üben Sie mit echten Aufgaben unter Zeitdruck.
5. Sind diese Tests Pflicht?
In vielen großen Unternehmen ja – ohne Teilnahme erfolgt oft keine weitere Berücksichtigung im Bewerbungsprozess.
6. Welche Rolle spielen die Tests im Bewerbungsverfahren?
Sie sind ein Filter – besonders bei hoher Bewerberanzahl. Sie helfen, objektive Vergleichsgrundlagen zu schaffen.
7. Was passiert, wenn ich schlecht abschneide?
Das hängt von der Wichtigkeit des Tests ab. Manchmal führt ein niedriges Ergebnis zum Ausschluss, manchmal nur zu einem Gespräch über die Ergebnisse.
Fazit
Assessment-Tests sind in Deutschland längst fester Bestandteil vieler Bewerbungsverfahren – insbesondere bei Großunternehmen, im öffentlichen Dienst und im akademischen Umfeld. Wer sich rechtzeitig vorbereitet, kann nicht nur seine Ergebnisse verbessern, sondern auch mit mehr Selbstbewusstsein und Struktur in den Bewerbungsprozess gehen.







